Liebe auf den zweiten Blick

Therapeutische Arbeit mit Paaren

mit Nikolaus Einhorn

23.-25.November 2012

 

Workshops:

 

Auftaktveranstaltung

Freitag, 19.30 (- ca. 21.30)

Zweiteiliger Workshop

Samstag, 9.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr

Die größte aller Herausforderungen zu persönlicher Entwicklung scheint es zu sein, für eine Frau mit einem Mann und für einen Mann mit einer Frau zu leben. Paare machen nicht selten die Erfahrung, dass trotz aller Liebe das Zusammenleben in Freundschaft, Partnerschaft und Ehe schwierig und sogar leidvoll sein kann.

Frauen und Männer stehen daher immer wieder vor der Aufgabe, die Wechselwirkungen, die sie – im Guten sowohl wie im Schlechten – aufeinander ausüben, zu erkennen, zu verstehen und zu transformieren und ihre Beziehung zueinander zu erneuern und zu vertiefen, wenn diese denn Bestand haben und gelingen soll. Die Liebe auf den ersten Blick hält in der Regel nicht, was sie verspricht. Die Liebe ist nicht einfach da und geht voraus.

Lässt nicht die Liebe auf den immerwieder „zweiten Blick“ uns erst erahnen und verstehen, dass, was wir „Liebe“ nennen, die Folge davon ist, dass Frau und Mann und Mann und Frau ihre Beziehung durch das bewusst gewollte, aktive Interesse für und an einander immer wieder neu lebendig werden lassen, so dass sie die Distanz und Nähe zueinander immer wieder neu miteinander ausbalancieren können – und dies, falls beide hinreichend aufnahmebereit füreinander sind, sogar von Augenblick zu Augenblick?

Ein Paar zu sein, ist so gesehen ein Übungsweg, der Achtsamkeits-/ Gewahrseinspraxis erfordert, der mutigen Blickaustausch verlangt; ein Übungsweg, auf dem wir die Liebe als eine Fertigkeit erlernen können; auf dem wir Anfänger bleiben dürfen und dennoch – durch den immer wieder “zweiten Blick“ – reifen können zu Personen, die „funktionale“ (Virginia Satir) Partner füreinander sind:

Reife Personen also, die ihre Mündigkeit erlangt haben und in der Lage sind, sich selbst, die anderen und den Kontext, in dem sie sich jeweils befinden, genau wahrzunehmen und in adäquater Weise jeweils eine Wahl und Entscheidung zu treffen, diese Wahl und Entscheidung als die eigene anzuerkennen und die Verantwortung für ihre Folgen zu akzeptieren.

Dieses miteinander Reifen durch das Praktizieren der „Liebe auf den zweiten Blick“besteht in der Entwicklung einer Kommunikationsfertigkeit, die   dem Paar die Möglichkeit bietet, sich vollständig miteinander zu verständigen, d.h. zum Beispiel: sich selbst dem anderen gegenüber deutlich zu zeigen; in Kontakt zu stehen mit den Signalen des eigenen inneren Selbst und so sich selbst Gedanken und Gefühle offen wissen lassen; sich dem anderen gegenüber als einer von sich selbst verschiedenen und einzigartigen Person zu verhalten; das Auftauchen von Verschiedenheit als Gelegenheit zum Lernen und Erforschen zu behandeln, nicht als Bedrohung oder Zeichen von Konflikt.

Und – ist es nicht gerade auch für uns als TherapeutInnen, die mit Paaren arbeiten, unumgänglich, selbst auf diesem Übungsweg zu sein? Da wir ja die Kommunikationsmodelle bieten und selber sind, die den Paaren, die sich in unsere Obhut begeben, einen Weg zur Reifung zeigen.

Als PaartherapeutInnen sind wir selbst zuallererst Übende auf diesem Übungsweg. Möge diese Fortbildung eine Gelegenheit sein, die eigenen Partnerschafts- und paartherapeutischen Erfahrungen wertschätzend auszuloten auf die Potentiale hin, die in ihnen enthalten sind und sich noch auftun werden, auf die Kompetenzen hin, die wir durch sie erworben haben und noch erwerben dürfen, auf die Ressourcen hin, auf die wir zurückgreifen können.

©  Nikolaus Einhorn

Referent

Nikolaus Einhorn, geb.1940. Studium der Germanistik, Anglistik, Philosophie und Pädagogik. War tätig als Lehrer am Gymnasium. Ausbildung als Gestalttherapeut bei Bob Martin (Los Angeles und Portland), Marianne Frey (London) und dem Lehrer der klassischen Gestalttherapie Isadore From (New York). Seit 1981 Arbeit als Gestalttherapeut (Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie) in freier Praxis mit Einzelnen, Paaren, Gruppen und Familien; Gründung der „Schule des Friedens – Zentrum für psychologische Friedensarbeit“, Düsseldorf, 1984. Langjährige Zusammenarbeit mit der Systemtheoretikerin Joanna Macy in der Entwicklung tiefenökologischer Arbeitsformen. Mitbegründer, Trainer und 10 Jahre Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für angewandte Tiefenökologie e.V. Schwerpunkte des „Instituts für Integrale Studien“, Düsseldorf/ Marenbach : Prozesse des persönlichen und sozialen/kulturellen Wandels und die Verbindung von Meditation/Kontemplation und Kommunikation; Bildung zur Nachhaltigkeit. Open Space Prozesse, Kommunikationstrainings, Moderation, Mediation, Supervision, Coaching. Systemische Aufstellungsarbeit seit 15 Jahren.

Abendveranstaltungen

1. Afrikanischer Tanz

mit Regina Zwirner

Samstag, ab 19.30 Uhr

Bitte mitbringen: Leichte, bequeme Kleidung (weite, dünne Hosen sind am besten) und Stoppersocken oder Turnschläppchen. Eigentlich wird barfuß getanzt zu afrikanischer Trommelmusik aus der Konserve. Die Bewegungen sind meist erdig, kraftvoll und doch weich, wahrscheinlich ungewohnt, aber machen Spaß und warm!

2. Tombola

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